Es war einmal auf einem Planeten im äußeren Universum ein kleines Mädchen, das hatte eine rote Kappe und brachte Kuchen und Wein zu alten Leuten im Wald.
Aber das tut hier nix zur Sache, denn du bist ein Minenarbeiter auf einem völlig anderen Planeten der auch noch Lichtjahre entfernt in einem total anderen Sektor liegt.

Ein Minenarbeiter der sein kümmerliches Leben auf einem der vielen staubtrockenen Bergbauplaneten, die den ständigen Ressourcennachschub für das Imperium garantieren, fristet. Und dessen Zeitvertreib es ist, sich in der einzigen Bar der Siedlung einen hinter die Binde zu kippen um das Leben einigermaßen erträglich zu gestalten.

"Klingt doch ganz toll" denkst du, besser versuchst du zu denken, denn der mit Raketentreibstoff versetzte Drink zeigt doch recht fix seine Wirkung. "Ist doch ein toller Platz hier, so viele Leute, 2 Barmänner die mir immer Doppelte bringen. Das Leben ischt doch schon schön".
Langsam, aber nur ganz langsam, kommt dann doch wieder das Gefühl hoch, welches du den ganzen Tag, die ganze letzte Woche und die ganzen letzten 17 Jahre hattest. Die übliche Niedergeschlagenheit wenn du deine Chancen auf Versetzung von diesem Sandhaufen ausrechnest. Diesem stinkenden, verseuchten Dreckloch, auf dem Wasser schon so knapp ist, dass waschen indessen zum Luxus gehört und mindestens 3 Wochenlöhne kostet.
Dummerweise sieht es im restlichen Universum genauso aus. Kein Wasser weit und breit zu entdecken und selbst auf den hochzivilisierten Welten gibt es fast keins mehr (bis auf den Planeten mit dem Mädchen und der roten Kappe). "Noch einen Doppelten, das hilft gegen allesch" hörst du dich in der Ferne lallen und registrierst irgendwie, dass drei weitere Gläser auftauchen, um endlich diese dummen Gefühle zu ertränken in der Hoffnung, dass sie im sanften Dunst des Alkohols davon schweben.

"Es geht nicht weg, es will einfach nicht weggehen, wesch mit dir, huschhusch, geh wesch". Irgendwer, wohl der Barmann, guckt dich mitleidig an und bescheißt dich in aller Seelenruhe um 2 Drinks, aber dir ist das völlig egal, denn du bist grade mal wieder bei deiner Lieblingsidee, einmal selber Herrscher zu sein, andere machen zu lassen was du willst, so viele Drinks bekommen wie man vertragen kann und nix dafür bezahlen, ja das wäre ein tolles Leben.

Als du wieder zu Sinnen kommst, stehst du vor dem Weltraumbahnhof und reiherst gerade in eine Ecke. Verdammt, schon wieder aus der Bar geschmissen worden. Egal, du hast einen Plan, du kaperst dir jetzt ein Schiff und gründest selber eine Kolonie und machst alles besser was du schon immer bemeckert hast (und das war eine Menge).
Besoffen stolperst du weiter zu den völlig verwahrlosten Wartehallen für die Interstellarflüge, wo ein zahnloser Penner dich um ein paar Credits erleichtern will. "Hah, der erste Freiwillige für das neue Imperium" entfährt es dir, ruft aber bei dem Penner nur undeutliches Gemurmele um Credits hervor und trotz ein paar mehr oder weniger gut gezielter Tritte, bleibt er dir am Hosenbein kleben. Er folgt dir sogar mit in den verdreckten Weltraumbahnhof wo ein einsamer Gebüschballen durch die Gegend fliegt.

Durch den Alkoholschleier bekommst du grade so noch mit, dass am Gate 42 ein Schiff liegt und sich scheinbar zum Start bereitmacht. Deine restlichen Gehinzellen arbeiten auf Hochtouren als du vorwärts in das Schiff stürmst und mit einem lauten Kampfruf "alles hört auf mein Kommando, ich habe einen Penner dabei" das Kommando an dich reißt.
Dummerweise ist nur ein verlauster Affe auf der Brücke, welcher seinem Tetrisspiel mehr Aufmerksamkeit zuteil werden lässt als dir.
"Soll mir recht sein, dann stört mich wenigstens niemand und außerdem war das Spiel mir schon immer zu hoch" grummelst du dem Penner zu, welcher in Hoffnung auf Credits sein zahnloses Lächeln zeigt. Du findest den Zündschlüssel im Aschenbecher und startest die alte Klapperkiste, welche dann mit lauten Geheul langsam vom Boden abhebt. Der Autopilot verhindert leider einen schönen Absturz, indem er macht was er will und sich nicht drum schert, was du gerade in die Kontrollen einhämmerst.
Nachdem sich an der Situation nichts geändert hat, das Schiff aber wohlbehalten im Orbit angekommen ist, stellst du langsam im Alkoholdunst fest, dass der Autopilot sehr feste Ansichten von der Ausführung seines Jobs hat und einen Hyperraumsprung vorbereitet.
Schlagartig (mit 5 bis 10 Sekunden Verspätung) wird dir klar, dass du schnellstens eine der Cryonickabinen suchen solltest, wenn du nicht als Glibbermasse auf dem Fußboden enden willst. Im Frachtraum wirst du schließlich fündig, da stehen neben Eis- und Wasserbehältern 30 Cryokabinen, 28 sind bereits besetzt. "Echtes Wasser" schießt dir durch den Sinn, aber der Überlebensinstinkt ist stärker, so dass du den Penner in die eine Kabine stößt (beschriftet mit Affe) und du dir die andere schnappst (Chef steht drauf).

"Alkohol und Hyperraum - ob das gutgeht ??" sind deine letzten Gedanken bevor die Stasis einsetzt und das Schiff in den Hyperraum springt um seinem Ziel entgegen zu steuern. Der Affe auf der Brücke erreicht gerade den Highscore als er als Glibbermasse auf dem Sitz endet.
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